Jahresbericht 2001

1. Allgemeines
2. Veranstaltungen
3. Information/Werbung
4. Organe
5. Mitgliederbewegung
6. Personelles
7. Finanzen
8. Ausblick


1. Allgemeines
www.voev-zh.ch - auch der VöV ZH ist seit August 2000 dabei. Vorderhand zwar noch eher bescheiden, aber qualitativ auf hohem Niveau mit einer attraktiv gestalteten Homepage, die verschiedenste Angaben - wie Mitgliederverzeichnisse, Pressecommuniqués, Uebersicht über den Vorstand und weitere Informationen umfasst. Ebenso ermöglicht unsere Internetseite direkten Zugang zu verschiedenen Anbietern des öffentlichen Verkehrs, schön wäre es, wenn sie Gegenrecht hielten und auch die Adresse VöV ZH als Verbindung (Link) in ihrer Homepage aufnähmen. Der VöV ZH verfügt über ein Kommu-nikationsmittel mehr, das einen Dialog zwischen Verein und Mitgliedern oder Interessenten ermöglicht - dafür sei allen Beteiligten, allen voran Christian Sigrist und Robert Mattenberger, bestens für ihren Einsatz gedankt.

Jetzt, wo diese Zeilen geschrieben werden, berichten die Medien von Staus quer durch die ganze Schweiz. Insbesondere der Güterverkehr an der Gotthardroute kommt zeitweise zum Erliegen. Auch mit dem Slogan "für Güter die Bahn" lässt sich das Problem vorderhand leider nicht lösen, denn es bringt wenig, wenn die SBB die Güterzüge schnell ins Tessin bringen, wo sie dann tagelang herumstehen, um auf die Weiterfahrt nach Italien zu warten. Doppelt ärgerlich ist dies, wenn das Ziel der Güter nur wenige Kilometer hinter der Schweizergrenze liegt. Stau also nicht nur auf der Strasse, sondern auch auf der Schiene. Es hilft also wenig, wenn unser Strassen- und Schienennetz ausgebaut wird, wenn dasselbe nicht auch beim Nachbarn geschieht. Es müssen deshalb im grenzüberschreitenden Verkehr Lösungen gefunden werden, welche insbesondere diese Schie-nenstaus rasch und effizient abbauen. Im andern Fall wird noch mehr auf die Strasse ausgewichen, und die Forderung nach einer zweiten Gotthard- Strassentunnelröhre findet noch mehr Akzeptanz. Hier ist nicht nur die Bahn in der Schweiz, sondern hier sind die Bahnen in ganz Europa gefordert, sonst bleibt der Slogan "für Güter die Bahn" ein frommer Wunsch.

2. Veranstaltungen
Die Generalversammlung 2000 stand im Zeichen der elektrischen Energie, denn ohne sie wäre ein Funktionieren der öffentlichen Verkehrsmittel undenkbar. Leider fanden am 26. Mai 2000 nur wenige Mitglieder und Gäste den Weg zur Generalversammlung ins Stromhaus "Burenwiesen" bei Glattfelden, wo uns die EKZ grosszügig Gastfreundschaft gewährten und einen Einblick über die Stromversorgung von damals und heute vermittelten. Inbesondere liess sich die Entwicklung von elektrischen Geräten auf eindrückliche Art und Weise von der Vergangenheit bis heute verfolgen. Diese Eindrücke wurden durch ein Referat von Dr. Peter Wiederkehr, Direktionspräsident der NOK abgerundet, der die Zusammenhänge und die Folgen einer Liberalisierung im Strommarkt aufzeigte.
Wesentlich grösser war der Widerhall, den die VöV ZH- Herbstveranstaltung zum Thema "Durchgangsbahnhof Zürich: Utopie oder Wirklichkeit" im Bahnhofbuffet Zürich ausgelöst hatte. Mehr als fünfzig Personen nahmen an diesem Anlass teil, wo Christian Schärli, Lei-ter des Amts für Verkehr des Kantons Zürich und Urs Spinnler Stadtingenieur der Stadt Zürich über den Stand der Dinge dieses Vorhabens informierten. Beide Referenten gaben klar zu verstehen, dass gemeinsam mit den SBB sowie zwischen Stadt und Kanton Zürich nach Lösungen für eine neue Durchmesserlinie zwischen Altstetten/Wiedikon und Oerlikon gesucht werde. Damals war zu erfahren, dass eine allfällige Volksabstimmung in einem Jahr und die Inbetriebnahme im Jahre 2012 stattfinden könne.
Nur zwei Monate später wurde über das offizielle Projekt informiert, welches einen unterirdischen Durchgangsbahnhof "Löwenstrasse" vorsieht, der aber nicht nur vier S - Bahn- Linien sondern auch einen Teil des Fernverkehrs aufnehmen wird.
Eine weitere Exkursion fand am Samstag den 7. April 2001 statt, wo die verschiedenen Baustellen im und um den Zürcher Hauptbahnhof besichtigt werden konnten. Sechzig Teilnehmer (leider musste an über zwanzig weiteren Interessenten eine Absage erteilt werden) liessen sich von E. Wiedemann, Projektleiter SBB Grossprojekte Zürich und R. Altwegg, Projektleiter SBB "Halle" über die laufenden Arbeiten orientieren. Die Leistungs-fähigkeit des Bahnhofs Zürich für Bahn 2000 muss markant gesteigert werden; dies lässt sich nur dadurch erreichen, indem die einfahrenden von den ausfahrenden Zügen entflechtet werden, was kreuzungsfreie Ueber- und Unterführungen erfordert, welche den Betriebsablauf vereinfachen werden.

3. Information / Werbung
Verschiedene Pressecommuniqués informierten über Anlässe und Stellungnahmen des VöV ZH. Wir dürfen mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, dass einige davon in den grossen Tageszeitungen veröffentlicht worden sind. Daneben erfüllen unsere Werbeträger wie Jahresberichte, periodische Werbeaktionen und vor allem die Mund-zu-Mund Propaganda unserer Mitglieder nach wie vor eine wichtige Funktion. Neu dazu gekommen ist unser Internet-Auftritt unter www.voev-zh.ch. Somit sind alle Voraussetzungen erfüllt, unseren Verein bei einem weiteren Interessentenkreis bekannt zu machen.

4. Organe
Der Vorstand hat sich zu insgesamt fünf Sitzungen getroffen. Dabei liess er sich einmal in den Räumlichkeiten der Verkehrsbetriebe Glattal über die Glattalbahn informieren, welche dereinst Zürich Nord bis zum Flughafen, (Bassersdorf) und Dübendorf auf effiziente Art und Weise erschliessen soll. An den übrigen Sitzungen durften wir wiederum von der Gastfreundschaft des Ingenieurbüros Eichenberger AG, Zürich profitieren - auf diese Weise wird von ihm ein beträchtlicher Sponsoring-Beitrag für den VöV ZH geleistet, wofür wir sehr dankbar sind. Kleine Arbeitsgruppen haben bei der Vorbereitung der verschie-denen Anlässe Grosses geleistet. Dafür möchte ich allen Beteiligten herzlich danken.
Im Berichtsjahr ist der Verein "pro Glattalbahn" gegründet worden, welcher diesem Vor-haben zum Durchbruch verhelfen will. Es handelt sich um einen Verein (Präsident: Ständerat Hans Hofmann), welcher im Bereich der Glattalbahn gleiche Ziele wie der VöV ZH verfolgt. Erste Kontakte sind bereits geknüpft worden und unser Präsident hat im dortigen Vorstand Einsitz genommen, um die Koordination zwischen beiden Vereinen sicherzustellen. "Kooperation und nicht Konfrontation" muss hier die Devise lauten.
Auch mit "Pro Bahn", Sektion Zürich, finden in unregelmässigem Abstand Kontaktnahmen zwischen den Präsidien dieser beiden Organisationen statt - auch hier gilt die oben genannte Devise.

5. Mitgliederbewegung
Leider haben uns verschiedene Vereinsmitglieder für immer verlassen. Es sind dies Rudolf Schaffhauser, Zürich, Walter Neukomm, Kloten, a. Gemeinderätin Margrit Stockar, Zürich, G. Spahn, Pfaffhausen, Marcel Schweizer, Dietikon. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren.
Bei den Mitgliedermutationen sind neun neue Mitglieder (Acht Einzelmitglieder, eine Unternehmung), die wir herzlich in unserem Verein begrüssen, zu vermerken. Leider müssen wir auf der andern Seite vom Austritt von drei Einzelmitgliedern und 2 Firmen Kenntnis nehmen.
Diese Angaben zeigen, dass sich der Mitgliederbestand um eine Firma verringert hat und bei den Einzelmitgliedern gleich geblieben ist.

6. Personelles
Weder beim Vorstand noch bei den Revisoren sind Mutationen zu verzeichnen. Die bewährte Equipe wird somit ihre Arbeit weiterführen können. Die UNO hat 2001 zum Jahr der Freiwilligenarbeit erklärt. Da nicht damit zu rechnen ist, dass das Fernsehen DRS unsere Arbeit in einer seiner Reportagen würdigen wird, sei es hier in aller Form festgehalten: Diese Leistungen werden von unserem Vorstand und den verschiedenen Arbeitsgruppen schon seit Jahrzehnten und nicht erst seit dem 1. Januar 2001 erbracht. Ohne alle diese freiwillig erbrachten Tätigkeiten hätte der Verein nur einen Bruchteil seiner Ziele erreichen können, oder es wäre dafür ein beträchtlicher, finanzieller Aufwand notwendig gewesen, welcher die Eigenmittel innert kürzester Zeit aufgebraucht und bewirkt hätte, dass die Mitgliederbeiträge explodiert wären. Freiwilligenarbeit ist beim VöV ZH kein leeres Wort, sie wird schon lange gelebt und dafür ist ein "Dankeschön" angebracht.

7. Finanzen

Dies wird vorderhand der letzte Jahresbericht sein, worin von einem Ueberschuss in der laufenden Rechnung berichtet werden kann. Er beträgt über Fr. 2'500.-- und somit konnte der Vermögensstand auf mehr als Fr. 63'000.-- ausgebaut werden. Allerdings werden wir im laufenden Jahr mit einem Defizit in der Grössenordnung von über Fr. 20'000.- zu rechnen haben, weil die Informationskampagne für den Durchgangsbahnhof Löwenstrasse bedeutende Mittel verschlingen wird. Grundsatz soll sein und bleiben, dass ausserordentliche Ausgaben für die Informationskampagne erst dann beschlossen werden, wenn entsprechende hieb- und stichfeste Zusagen vorliegen. Auf diese Weise wollen wir sicherstellen, dass finanzielle Abenteuer ausbleiben.

8. Standpunkt und Ausblick

Zuerst zum Allgemeinen: Der Fahrplanwechsel 2001 bringt weitere Verbesserungen im nationalen und regionalen Verkehr. Im nationalen Verkehr denke ich an den Halbstundentakt nach Biel, der kurz vor der Eröffnung der Autobahn Tatsache werden wird. Im regionalen Bereich ist dies ein neuer Frühzug, welcher den Flughafen vor sechs Uhr errei-chen wird, oder es sind abends und samstags/sonntags verbesserte Anschlüsse ins Sihltal. Schliesslich verschiedenste Busverbindungen, die abends gestrafft werden und die Fahrzeit verkürzen. Alles Voraussetzungen zum freiwilligen Ein- und Umsteigen auf das öffentliche Verkehrsmittel.
Aber auch ein Wort zum Besonderen: "Stuttgart 21 - von der Ideenskizze 1994 bis zur Inbetriebnahme im Jahre 2008" unter diesem Titel stellten wir die Generalversammlung 1998. Ein Durchgangsbahnhof in Zürich stand damals in weiter Ferne. Heute ist es fast umgekehrt: Heute liegt dem Kantonsrat eine Vorlage vor, welche einen Durchgangs-bahnhof "Löwenstrasse" zu einem Preis von 580 Millionen Franken vorschlägt. Hier würden nicht nur S- Bahn- Züge, sondern auch zusätzlich Fernverkehrszüge Platz finden, was eine bessere Auslastung des Bauwerkes erlaubt, aber die Kosten gegenüber der Volksinitiative fast verdoppelt. Dieses Projekt verdient unsere volle Unterstützung. Es soll ein Bauwerk entstehen, welches für Jahrzehnte, wenn nicht für Jahrhunderte genügend Kapazität für den Zürcher Hauptbahnhof schafft. Auch wenn die Einfahrtsrampe anderthalbmal so steil wie diejenige am Gotthard ausfällt, darf festgehalten werden, dass sie kein unüberwindbares Hindernis darstellt und von den heutigen und künftigen S- Bahn und Fernverkehrszügen bewältigt werden kann. Der Vorschlag des Regierungsrates stellt eine optimale Lösung dar. Deshalb startet der VöV ZH mit seiner Informationskampagne für den Durchgangsbahnhof auf dem Uetliberg anlässlich der diesjährigen Generalversammlung mit dem Wunsch, dass die gesamte Bevölkerung und insbesondere alle Freunde (Männer und Frauen) des öffentlichen Verkehrs am gleichen Strick ziehen - und zwar in der gleichen Richtung. So wird das Vorhaben des Durchgangsbahnhof Erfolg haben und nur so wird Zürich zu einer Bahninfrastruktur kommen, die benutzerfreundlich und zukunftstauglich ist.



Kurt Schreiber, Präsident





Alle Angaben ohne Gewhr.
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