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Bahnausbau: Langfristiges Angebotskonzept zwingend

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Erstellt vor 8 Monaten durch VöV ZH
Bahnausbau: Langfristiges Angebotskonzept zwingend
Im letzten Beitrag zum Brüttenertunnel haben wir es angesprochen: Für die Ausbauschritte nach STEP 2030/35 muss zwingend heute ein langfristiges Angebotskonzept ausgearbeitet werden. Nur so können die künftigen grossen Bahnprojekte richtig beurteilt werden – und aufgenommen oder eben auch verworfen werden.

Wenn im nächsten Jahr STEP Ausbauschritt 2030/35 in die Vernehmlassung geht, wird das föderale Seilziehen in den verschiedenen Verkehrsregionen losgehen, auch wenn aus raum- und verkehrpolitischen Überlegungen die meisten Prioritäten feststehen. Damit muss Schluss sein! Sofern dann kein gesamtheitliches Konzept vorliegt, wohin die Bahnreise danach gehen soll, werden grosse Einzelprojekte immer wieder verschoben und den Regionen falsche Hoffnungen gemacht.

Allzu viele Stellen suggerieren uns, dass künftig das Schwergewicht auf die Kapazität und nicht auf zusätzlichen Kundennutzen gelegt werden müsse, obwohl die Zahlen der letzten fünf Jahre einen relativ starken Wachstumseinbruch zeigen, eben weil den Kunden nur wenige Verbesserungen geboten wurden. Kapazitätsausbauten nach STEP AS 2030/35, die mit grosser Wahrscheinlichkeit eine schlechte Ausnutzung und hauptsächlich Folgekosten generieren werden, dürfen keinen Platz mehr haben in Ausbauprogrammen. Wenn wir das Gewicht weiter nur auf einen Kapazitätsausbau legen, müssen wir uns nicht wundern, wenn die Kosten für die Instandhaltung der Infrastruktur aus dem Ruder laufen und die finanziellen Mittel für den Betrieb fehlen.
Wenn man sich die Passagierfrequenzen im Schienenverkehr schweizweit anschaut, wird klar: ein Wachstum im öV findet immer bis etwa fünf Jahre nach Ausbauten statt, welche die Qualität für die Kunden verbesserten. Dann verflacht sich die Kurve wieder. Das gilt allerdings nicht für das ZVV-Gebiet, wo ein relativ kontinuierlicher Anstieg stattfindet. Warum? Weil seit 25 Jahren ein langfristiges Ausbaukonzept besteht, welches das Angebot für die Kunden laufend verbessert. Im Gegensatz zu stagnierenden öV-Frequenzen steigt das Wachstum beim MIV seit Jahren konstant an.

Wichtig ist daher, dass wir uns jetzt konkret Gedanken machen für ein langfristiges Ausbaukonzept für den Fern- und Regionalverkehr nach der Realisierung der STEP AS 2030/35-Projekte. Nur so werden wir die finanziellen Mittel zielgerichtet dort investieren können, wo wir einen möglichst hohen Kundennutzen stiften, so dass sich der Modalsplit wieder zugunsten des öV verbessert. Auch politisch können wir sinnvolle Ausbauten nur zusammen mit einem Fahrplankonzept verkaufen. Sonst fordert jede Region möglichst Ausbauten auf ihrem Gebiet, unabhängig von Kosten und Nutzen. Ohne gesamtheitliches Fahrplankonzept ist ja der Nutzen auch nicht sichtbar. Wie soll beispielsweise beurteilt werden, ob der Zimmerberg- oder der Lötschbergausbau prioritär ist? Wenn wir den Ostschweizern und den Westschweizern mit einem konkreten, detaillierten Fahrplankonzept klare Vorteile für ihre Region für Ausbauten zwischen Zürich und Olten aufzeigen können (z.B. aus der eigenen Region schneller in Bern oder Zürich, Basel oder auch anderen Regionen der Schweiz), dann besteht eine Chance, dass sich auch Stimmen für einen Ausbau ausserhalb der eigenen Grenzen finden, sonst nicht.

Kommentare

Verkehrsrat diversifizieren und RVK's resp. "Marktgebiete" abschaffen?
Erstellt vor 6 Monaten durch Matthias Gfeller, Winterthur
Der ZVV handelt oft nach dem Prinzip "Teile und Herrsche" oftmals zwar erfolgreich, aber eben manchmal etwas abgehoben von der regionalpolitischen Realität in welche sich letztlich auch der "Modal-split" entscheiden wird.
Die RVK's werden von den Gemeinden sehr oft als reine Werbe- oder Deklarationsveranstaltungen der Verkehrsbetriebe erlebt und echte Disklussionen, die im Verbund mit strategisch-raumplanerischen Ebene geführt werden müssten finden kaum oder gar nicht statt.
Der Eindruck lässt sich kaum negieren, dass eine starke (politisch) lenkende Hand fehlt, dar der ZVV den "Kuchen" an die MVU's verteilt und diese dann kaum über die Grenzen Ihres Zuständigkeitsbereiches hinausschauen.
Eine Verknüpfung zwischen Raumplanung und Verkehrsplanung ist im Kanton Zürich leider fast inexistent.
Vor diesem Hintergrund fragt es sich, ob nicht der Verkehrsrat viel stärker mit Leuten mit klaren regionalpolitischen Ideen und Kenntnissen bestückt und viel direkter in die "Hoheitsgebiete der MVU's eingreifen sollte;
Evtl. an Stelle dieser "MVU-Firmen" (die ja Parteien auf dem "Markt" sind die regionalpolitischen mittel (4-8 Jahre) oder langfristigen Vorgaben klar und verbindlich formulieren sollte?

Ind diesem Falle könnte evtl. sowohle aud die (als Bazar beleibten) RVK's als auch auf die "Jagpachtgebiete, welche der ZVV den MVU's zugeschanzt hat verzichtet werden.

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