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Der Brüttenertunnel in der 1. Prorität!

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Erstellt vor 8 Monaten durch VöV ZH
Der Brüttenertunnel in der 1. Prorität!
Das ist zumindest vom BAV so angedacht. Wobei auch 1.Priorität heisst: nicht vor 2030! Im Ausbauschritt (STEP) 2030/35 steht in der 2. Priorität auch der Zimmerberg-Basisunnel 2 sowie das vierte Gleis am Bahnhof Stadelhofen oder eine Güterumfahrung von Zürich. Aber vor einem weiteren Kapazitätsausbau nach 2030/35 braucht es ein langfristiges Angebotskonzept.

Die Priorisierung des Brüttenertunnels ist richtig, da sich in diesem Verkehrsraum die grossen Bahnprobleme manifestieren: Der Regional-, Fern- und Güterverkehr nutzen dieselben Trassen und buhlen um die besten Zeitslots. In den Hauptverkehrszeiten ist das System aber am Anschlag: «Mehr Züge können nicht mehr eingefädelt werden, sonst wird der Fahrplan zu instabil» wird Dominik Brühwiler, Leiter Verkehrsplanung beim ZVV, in der NZZ am Sonntag vom 9.10.2016 zitiert. SBB und ZVV skizzierten darin die genannte Entlastungslinie für den Güterverkehr – allenfalls mit einem eingleisigen Gubristtunnel.
Man darf einzelne Netzelemente jedoch nicht aus dem gesamten Kontext reissen. Das heutige ausgelastete Bahnnetz lässt sich nur mit einem fein abgestimmten Gesamtkonzept weiter ausbauen. Darin müssen sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr angemessen berücksichtigt werden. Um dies zu ermöglichen sind neben den grossen Ausbauprojekten auch viele kleinere Ausbauten notwendig. SBB und ZVV haben in jahrelanger Arbeit ein funktionierendes Konzept vorgelegt, dass den Verkehrsprognosen des Güter- und Personenverkehrs im Jahr 2030 gerecht wird. Es bedingt neben kleineren Ausbauten den Bau des Brüttenertunnels und das 4. Gleis im Bahnhof Stadelhofen. Falls alle Ausbauwünsche des Güterverkehrs berücksichtigt werden, so ist auch der Bau einer Güterumfahrung Zürich erforderlich. Die meisten Ziele können jedoch auch ohne Güterumfahrung erfüllt werden. Ein Ausspielen des 4. Gleises im Bahnhof Stadelhofen mit der Güterumfahrung ist fachlich unsinnig. Falls priorisiert werden muss, so ist der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen klar zu bevorzugen. Eine gleichzeitige Eröffnung mit dem Brüttenertunnel ermöglicht die Behebung der meisten Kapazitätsengpässe im Horizont 2030.

Diese gehäufte hohe Projekt-Priorisierung im Raum Zürich löst natürlich keine Freude aus bei anderen Verkehrsregionen, wenn man auf den schweizweiten Wunschkatalog anschaut. Aber das ist kein Zürcher Egoismus, sondern liegt im Interesse des ganzen Bahnsystems Schweiz, weil das reibungslose Funktionieren zentral ist für ein zuverlässiges und sicheres Betreiben der Personen- und Güterbahn. Es ist daher dringlich, dass vor weiteren Ausbauschritten nach 2030/35 jetzt ein langfristiges Angebotskonzept erarbeitet wird. Der VöV ZH erinnert dazu an seinen Kommentar zur FABI-Abstimmung vor zwei Jahren: «Auch bei FABI ist die Gefahr nicht gebannt, das föderalistische Forderungen raum- und verkehrpolitische Anforderungen aushebeln. Der VöV Zürich wird sich auch künftig dafür einsetzen, dass sich öV-Ausbauten primär an diesen Anforderungen orientieren».

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