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öV künftig mehr als Tram- und Buslinien

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Erstellt am 04.05.2021 durch IGöV Zürich
öV künftig mehr als Tram- und Buslinien
«Öffentlicher Verkehr ist in Zukunft mehr als nur ein Netz von Linien, sondern Angebot von Haustüre zu Haustüre.» So der Moderator, Paul Schneeberger und Geschäftsführer der Städtekonferenz Mobilität (SKM), in seinem Fazit zum Zoom-Webinar der SKM vom Dienstag, 20. April 2021: «Von Tram und Bus zu vielen Mobilitätsangeboten – Die Zukunft des öffentlichen Ortsverkehrs und die Rolle, welche die Städte dabei spielen».Ziel der Tagung war, die Mobilität in Städten über den klassischen öV hinaus zu denken. Sie wollte den zwar nicht neuen, aber bis jetzt wenig weiter gedachten Ansatz der Mobilität von Tür zu Tür konkretisieren. Nach einem wissenschaftlichen Inputreferat präsentierten Mobilitätsanbieter Beispiele aus ihrem Tätigkeitsfeld.
Die von vielen Pendlern bereits gelebte Inter- und Multimodalität soll hin zur «Mobilität as a service» (MaaS) führen. Von Tür zu Tür heisst, wie komme ich zur nächsten öV-Haltestelle, welche effizienten Transportmittel stehen mir zur Verfügung – ausser ich bewege ich mich zu Fuss von und zur Haltestelle. Was übrigens im Schlusswort angemahnt wurde ob all der sinnvollen und weniger sinnvollen Fahrgeräte: «… das Zufussgehen als elementare sowie flächeneffizienteste und umweltfreundlichste Fortbewegungsart nicht auszublenden und konsequent in Transportketten zu integrieren.»


Die Idee, künftig die ganze Reisekette mit einem Ticket zu zahlen, also Tram und Bus, Taxi, carsharing, Velomiete, Velo- und Autoparkplatz u.a.m. mit dem Klick auf eine App zu integrieren, wäre innovativ. Hier sind die heutigen öV-Unternehmen und Besteller gefordert. Ganz einfach darum, weil sich die Wertschöpfung in den digitalen Teil der Mobilitätskette verschiebt und weniger für die Betreiber abfällt. Aber letztlich fahren wir nicht mit «digitalen» Fahrzeugen sondern ganz konkret mit physischen Trams, Bussen, Bahnen, Autos und Velos. Und dieses Rollmaterial und seine Infrastruktur muss nach wie vor finanziert werden. Entweder steigen grössere öV-Unternehmen selbst in dieses Plattform-Geschäft ein oder es muss bei privaten Playern über eine Regulierung sicher gestellt sein, dass das «Digitalgeschäft» das «Analoggeschäft» querfinanziert. «The winner takes it all?», wie der Wissenschafter Matthias Finger 2018 an einem Anlass von Avenir Mobilitè zur Digitalisierung fragte, kann es nicht sein.

Unbestritten blieb letztlich, das Tram, Bus und Metro in Städten auch in Zukunft die effizientesten Verkehrsmittel bleiben, um auf kleinem Raum viele Menschen zu transportieren. Und alle anderen Vehikel nur dazu dienen, die «letzte Meile» zu bedienen. Was die Tagung aber auch zeigte: Bei der Digitalisierung hinkt die Realität den Wünschen und Bedürfnissen noch weit hinter her. Es bleibt daher noch viel zu tun, damit die Digitalisierung den Kunden, Betreibern und Bestellern einen echten Nutzen bringt in der Mobilitätskette.

Auf der SKM-webpage finden Sie Programm, Vorträge und Fazit

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