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Von Zürich schneller in Milano und München – mit Wermutstropfen

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Erstellt am 04.09.2020 durch IGöV Zürich
Von Zürich schneller in Milano und München – mit Wermutstropfen
Am 26. August 2020 stellte die SBB zeitgleich an verschiedenen Orten den Fahrplan 2012 vor. An der Medienorientierung in St. Gallen stellte die Regionenleiterin für die «SBB Region Ost», Daria Martinoni, die Änderungen u.a für Zürich vor. Bereits im November 2019, anlässlich der Präsentation der drei für Zürich neuen HGV-Züge ICE4 – Giruno – TGV-Lyria im Hauptbahnhof Zürich, konnte man sehen, wohin schnellere Reisen nach Süd- und Osteuropa gehen werden.
Nachdem am 1. September 2020 die Erstellerin AlpTransit Gotthard AG, den Ceneri Basistunnel (CBT) an die Betreiberin SBB für den Probebetrieb übergeben hat und Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am 4. September den CBT eingeweiht hat, rückt der fahrplanmässige Betrieb Richtung Süden ab Dezember diese Jahres rasch näher. Damit wird sich der «Giruno» auf der ganzen Flachbahn durch den Gotthard bewähren können. Zürich erhält täglich zehn Direktverbindungen nach Milano, welches nun in 3 Stunden 17 Minuten erreicht wird.
Richtung Ost verringert sich die Reisezeit in Bayerns Hauptstadt München vorerst auf 4 Stunden und Ende 2021 auf 3.5 Stunden. Dies durch den Bahnausbau in Deutschland sowie dem Einsatz des Neigezuges ETR610 («Astoro»). Täglich werden sechs Direktverbindungen angeboten.


Auch wenn im In- und vor allem im Ausland noch Hausaufgaben anstehen, rückt die Metropole Zürich näher an die europäischen Metropolen. Im Süden ist sicher die «Weiterführung» der NEAT von Lugano bis nach Como wichtig, im Norden müsste die Schnellverbindung Zürich-Basel wieder aus der Schublade geholt werden. Und vor allem ist die Verschleppung des Ausbaus zwischen Basel und Karlsruhe ein unhaltbarer Zustand. Auch können die 3 Minuten Zeitgewinn von Zürich nach St.Gallen nicht wirklich begeistern: Für die rund 83 km braucht man immer noch 59 Minuten, was einer horrenden Geschwindigkeit von ca. 84 km/h entspricht. Zürich-Basel mit 119 km/h kommt etwas besser weg, ist aber auch weit weg vom Durchschnitt von 172 km/h zwischen Basel und Paris.

Ein Wermutstropfen, der nicht mit der NEAT zusammenhängt sondern mit dem Mangel an Lokomotivführern, sind die temporären Angebotseinschränkungen auf dem Zürcher S-Bahnnetz. Vom 7. September bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 fallen ausgerechnet in den Hauptverkehrszeiten Zugausfälle gewisse S-Bahn-Kurse und ganze S-Bahn-Linien aus. Der ZVV hat sich den auch in einer Medienmitteilung klar zu diesem Missstand geäussert: «Dass die SBB nicht imstande ist, die bestellten S-Bahn-Leistungen zu liefern, ist äusserst bedauerlich und ein trauriges Novum in der Geschichte der Zürcher S-Bahn.» Auch wenn der ZVV ein gewisses Verständnis aufbringt für die momentan schwierige Situation der SBB, erwartet er «… dass die SBB das Ausmass der Angebotsreduktion räumlich wie auch zeitlich auf ein Minimum beschränkt …». Ergänzend dazu hält die IGöV Zürich fest, dass die SBB Angebotsbeschränkungen vor allem dort vornehmen soll, wo das Passagieraufkommen am kleinsten ist, unabhängig von regionalen «Befindlichkeiten».

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